Von der Bernauhütte am Kampen zur Tölzer Hütte auf dem Brauneck

Schon die Satzung des Clubs von 1923 sah als eine Hauptaufgabe des Clubs die Schaffung von Stützpunkten durch Pacht von Skihütten vor. Es waren einige Jahre lang verschiedene Hütten gepachtet worden, unter anderem auch die Bernauhütte am Kampen auf dem Weg zum Seekar. Diese Hütte wurde in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 1935 von einer riesigen Lawine weggerissen.

Der sehnlichste Wunsch des Clubs war der Besitz einer eigenen Hütte. Mit viel Energie gelang es dem damaligen Vorstand Gustl
Wedlich, auf dem Brauneck ein Grundstück zu erwerben und die Clubfreunde zu begeistern, mit viel Gemeinschaftssinn und vorbildlicher Mitarbeit eine Hütte zu errichten. Bedenkt man, dass das Baumaterial weitgehend mit Muskelkraft auf dem Berg gebracht werden musste und mit vielen Aktionen das nötige Geld beschafft wurde, dann ist die Leistung von damals umso größer zu bewerten.

So wurde es möglich, dass Ende Oktober 1935 die Hütte eingeweiht werden konnte. In den folgenden Jahren war die Clubhütte Mittelpunkt des Vereinslebens. Sie bot allen Mitgliedern in guten und in schlechten Zeiten Unterkunft, lud ein zu Geselligkeit und Erholung, förderte die sportkameradschaftliche Verbundenheit und war ein wichtiger Trainingsstützpunkt. Auch während des Krieges konnten Fronturlauber im Kreise alter Mitgliederfreunde bei einem Wiedersehen Entspannung und neuen Lebensmut finden.

Bei Kriegsende wurde die Hütte ausgeplündert und die Einrichtung demoliert. Allmählich konnte die Betreuung allein durch Hüttenreferenten und für das Wochenende eingerichtete Hüttendienste nicht mehr ausreichen. Es wurden für eine ständige Belegung Hüttenwarte eingesetzt, so zum Beispiel die unvergessene Fanny Weihart, die jahrelang die Hüttenbesucher betreute. In den Jahren 1952 bis 1955 wurde die Hütte teilweise verpachtet an die Skiabteilung des FC Bayern München um die finanzielle Belastung zu verringern.

Nach Fertigstellung der Bergbahn im Jahre 1957 erfuhr das Brauneckgebiet einen starken Zustrom und einen Massenandrang bei den vorhandenen Skihütten. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung kam zu dem Entschluss, dass die Zukunft nur die Verpachtung der Hütte und Öffnung für das Publikum sein konnte. Damit verbunden war eine Erweiterung der Clubhütte. So wurde 1959 der Dachstuhl angehoben, Räume für den Hüttenwirt ausgebaut, neue Toiletten und Waschräume erstellt, Stromversorgung gesichert und ein eigener großer Clubraum geschaffen. 1967 wurden nochmals Verbesserungen und Erweiterungen vorgenommen zur Anpassung an ständig neue Erfordernisse eines Berggasthauses. Das war aber noch nicht die letzte Erweiterung. Vor einigen Jahren wurde nochmals erweitert und ausgebaut, eine vollbiologische Kläranlage geschaffen, die Pächterwohnung erweitert und verbessert. Und vor allem ein neues Dach aufgebracht.

Viele Clubmitglieder werden sich noch an den ersten Pächter Herbert Dorn erinnern, der noch unter sehr beschränkten Verhältnissen den Betrieb geführt hat. Ihm folgten Karl Spang und die Eheleute Ertl nach, bevor dann 1974 Hilde und Stefan Gerg die Hütte übernahmen. Unter diesen Pächtern erwarb sich die Tölzer Hütte die Berühmtheit als Heimat der Olympiasiegerin Hilde Gerg. Nachdem die Gergs aus gesundheitlichen Gründen 2003 das Pachtverhältnis beendeten, haben Margit und Hubert Walther die Hütte übernommen und zu einem Anziehungspunkt auf dem Brauneck gemacht, nicht nur für fremde Skifahrer und Wanderer sondern in vermehrtem Maße auch wieder für die Mitglieder des Skiclubs selbst.

Dr. Hanns Rein 2009