50 Jahre Gedächtniskapelle des Skiclubs auf dem Brauneck

Seit einem halben Jahrhundert steht nun schon die Gedächtniskapelle für gefallene und vermisste Skiclubfreunde auf dem Brauneck. Eine Zeitspanne, die wohl zu einem Rückblick berechtigt.

Die Zeitzeugen der Kriegs- und Nachkriegsjahre werden immer weniger, sie sollten aber den nachfolgenden Generationen das Erleben dieser schweren Zeiten übermitteln. Damals waren wir, die den Krieg überlebt haben, erschüttert, so viele gute Freunde verloren zu haben, Freunde, mit denen wir so viele unbeschwerte Stunden verbracht hatten. Wir verloren junge Menschen, die zum weitaus größten Teil nicht die Welt erobern wollten, sondern aus unausweichlicher Pflichterfüllung und Kameradschaft den allzu frühen Tod fanden. Anfang der Fünfziger Jahre schwand die Hoffnung, dass noch Freunde aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehren könnten. Für die toten Klubkameraden wollten wir ein bleibendes Denkmal setzten und ihr Andenken ehren – in einer Zeit, in der bestimmte politische Strömungen am liebsten Jeden, der die graue Uniform tragen musste, zum Kriegsverbrecher stempelten.

Die Gedächtniskapelle des Skiclub Bad Tölz auf dem Brauneck: Ein Denkmal für die Toten.

Einhellig wurde der Entschluss gefasst, ein Denkmal unseren Toten zu setzen. In harter mehr-monatlicher Arbeit wurde die Kapelle von den Mitgliedern erbaut. Großer Dank gebührt der Familie Ertl in Schlegldorf, den Grundeigentümern, für die Überlassung des Baugrundes. Damals ging noch keine Bahn aufs Brauneck. Den Sand für das Mauerwerk schlugen wir aus einem Kalkstein im Finsterminzhang. Die Architekten und die Handwerker konnten sich auf die Mitarbeit der Mitglieder des Skiclubs verlassen. Die künstlerische Ausstattung der Kapelle wurde mit der Holzschnitzerei des leidenden Menschen von Tono Zoelch vortrefflich vollendet.

Und seit nunmehr 50 Jahren trifft sich der Skiclub am ersten Oktobersonntag mit vielen Freunden und Bergwanderern zur Bergmesse, bei strahlenden Herbstsonnentagen, bei Regen, Sturm und Schnee zur Erinnerung an unsere Toten und zur Bitte an den Herrgott uns den Frieden weiterhin zu bewahren. Und so soll es auch die kommenden Jahre bleiben.

Dr. Ossi Schwarzmayr sen.